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14.02.2010 | Bonner Münster
Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn Wenn Fasten, dann Fasten!
Ich liebe die Mitternachtsstunde von Fastnachtsdienstag auf Aschermittwoch. Durch solche Zeitbrüche bekommt unsere Zeit ein Gesicht, eine Gestalt. Es gibt Zeiten zu feiern und Zeiten zu fasten.
Das Leben geht nicht einfach so vorüber. Die Jahre, Wochen und Tage bekommen eine besondere Bedeutung und machen unser Leben auf der Erde auch bedeutend, wenn wir sie bewusst gestalten und nicht alles gleich machen. Wer die Zeit prägt, ist ihr nicht unterworfen und nicht nur ausgeliefert. Die Narren singen schon seit vielen Jahren: Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Und die Bläck Föös stellen entsetzt fest: Stellt üch vör, d’r Äschermittwoch wär schon do und ät Äschekrüz käm vill ze fröh dies Johr. (Stellt euch vor, der Aschermittwoch wäre schon da und das Aschenkreuz käme viel zu früh dieses Jahr.)
Im Mittelalter sagte die hl. Theresia von Avila: „Wenn Rebhuhn dann Rebhuhn, wenn fasten, dann fasten“. Echte Jecke haben dies immer verstanden. Es gibt wohl kaum einen größeren Bruch im Jahreslauf wie der Wechsel von Fastnacht und Fastenzeit, wie die Nacht auf Aschermittwoch. Was bei Weihnachten und seinen Vorbereitungen nicht gelingt, weil die Wirtschaft zu sehr handfeste Interessen hat und mit Weihnachten schon im September beginnt, hier gilt es immer noch „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“. Richtige Narren packen dann ihre Kostüme ein und freuen sich auf den 11.11., wenn es wieder losgeht. Die Zeit dazwischen benötigen wir zuerst einmal zum Fasten und zur Besinnung. Am Münster machen wir dazu wieder eine Reihe von Angeboten. Wir laden Sie herzlich ein!
Wilfried Schumacher Münster-Pfarrer
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