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17.01.2010 | Bonner Münster

 

Karneval und Kirche gehören zusammen

Sicherheit: Das große "Schaufenster" des Foyers wird zur "Karnevals-Hochzeit" gesichert.

2009: Prinz Ralf und Bonna Miriam mit Münster-Carré-Leiter Reinhard Sentis auf der Terrasse

Rosenmontag in Bonn

In unseren Breiten feiern die meisten Karneval, kaum jemand kann sich dem närrischen Treiben entziehen… - abgesehen von den überzeugten Karnevalsgegnern oder -muffeln, die nicht selten auch die Flucht ergreifen. Übersehen wird dann schnell, dass Karneval und (katholische) Kirche zusammengehören.

 

Zwei große kirchliche Feste markieren die wichtigsten Daten: der 11.11. ist 40 Tage vor Weihnachten und damit der Tag vor der adventlichen Fastenzeit, die übrigens bis Heiligabend einschließlich dauerte. Dies schlägt sich immer noch in manchem Speiseplan an diesem Tag nieder.

 

Der 40. Fastentag vor Ostern hingegen ist der Aschermittwoch. Er setzt dem närrischen Treiben den Endpunkt. Ursprünglich waren die jecken Tage auf die letzte Woche vor Aschermittwoch beschränkt. In einem Buch kann man lesen über den „Der Carneval in Köln vor 1823“: „Die Vorfeier des Carnevals begann mit dem sogenannten Weiberfastnacht am Donnerstag vor demselben". In vielen Sprachen wird Weiberfastnacht der "fette Donnerstag" genannt. Es war der letzte Schlachttag vor der österlichen Fastenzeit, denn im Mittelalter galt der Donnerstag als allgemeiner Schlacht- und Backtag.

 

Inzwischen hat sich der Sitzungskarneval über die ganze Session ausgebreitet und die Advents- und Weihnachtszeit wird schon von manchem als störend empfunden. In der neuen Nürburgringarena gab es am 1. Advent eine Veranstaltung unter dem Motto "Einschunkeln" und die Bonner Karnevalisten trafen sich am 3. Weihnachtstag zum "Aufwärmtreffen". Alles Indizien dafür, dass auch der Karneval immer mehr zum Geschäft wird. Die ursprünglichen Zusammenhänge gehen verloren. Manche Dinge sind jedoch so tief im Menschen verwurzelt, dass sie bleiben: etwa die Lust an der Maskerade. Wir schlüpfen gern in die Kostüme von Typen, die wir einmal sein möchten: das Kind möchte stark sein wie ein Cowboy, verwegen wie ein Pirat oder lustig wie ein Clown. Und mancher Erwachsener möchte keusch und enthaltsam leben wie eine Ordensfrau oder ein Ordensmann und läuft entsprechend durch die Straßen. Kostüme verraten viel!

 

Ich wünsche eine schöne Karnevalszeit - vergessen Sie die großen Zusammenhänge nicht! Sie sind ein Teil unserer Kultur.              
 

Msgr. Wilfried Schumacher       
Münster-Pfarrer

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Letzte Aktualisierung: 30.07.2010