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16.01.2010 (09.02.) | Bonner Münster
Offizielle Erklärung zum ökumenischen Mundartgottesdienst für die Karnevalisten
Das Bonner Münster ist als eine katholische Kirche Ort gottesdienstlicher Feiern, aber auch des persönlichen Gebetes. Die Gestaltung des Raumes gibt Zeugnis vom christlichen Glauben, der seine Grundlagen im Bekenntnis zum dreifaltigen Gott hat. Christen glauben, dass Gottes Sohnes in Jesus Christus Mensch geworden ist und durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung die Menschen erlöst hat. Dieser Glaube unterscheidet die Christen vom Glauben anderer Religionen – auch von dem der Muslime. Ein gemeinsamer Gottesdienst ist nach katholischem Verständnis für Christen unterschiedlicher christlicher Konfessionen möglich, nicht aber mit Angehörigen anderer Religionen. Auch in ökumenischen Gottesdiensten wird der dreieinige Gott gepriesen, verehrt und zu ihm gebetet. Ob Andacht, Wortgottesdienst oder festliches Hochamt, der Einladende ist immer der dreifaltige Gott.
Signifikant unterschiedliches Gottesbild Um den gegenseitigen Respekt zu wahren und Mitmenschen anderer Religionen nicht zu brüskieren, gibt es seitens der katholischen Kirche entsprechende Regeln [PDF], nach denen sogenannte interreligiöse Feiern als gemeinsame Gottesdienste unterschiedlicher Religionen abgelehnt werden. Damit soll die Gefahr der Vermischung von Religionen, aber auch der Vereinnahmung des anderen unterbunden werden. Unterschiede im Gottesverständnis lassen sich auch bei manchen Gemeinsamkeiten im Glauben nicht einfach ignorieren, sondern verlangen gerade in der Unterscheidung gegenseitigen Respekt. Der „Mundartgottesdienst“ für die Karnevalisten ist ein ökumenischer und damit christlicher Gottesdienst und findet im katholischen Bonner Münster statt. Daher können in dieser Feier auch nur Christen zu Wort kommen. Dies ist eine grundsätzliche Regelung, die alle betrifft, nicht nur den Bonner Karnevalsprinzen.
Einvernehmen bereits im vergangenen Jahr Dies war dem Festausschuss Bonner Karneval bereits im vergangenen Jahr kommuniziert worden. Traditionell spricht der Bonner Prinz im Mundartgottesdienst zur Gemeinde und zündet anschließend mit der Bonna eine Kerze an. Seinerzeit wurde rückgemeldet, dass der Herr Amir Shafaghi als Prinz keine Probleme damit habe, wenn statt seiner Uta Göbels als Bonna die Ansprache hält. Stadtdechant und Münster-Pfarrer Msgr. Wilfried Schumacher war für diese „rheinische Lösung“ und für den Respekt des Prinzen sehr dankbar.
Überraschende Wende Umso erstaunlicher ist allerdings, dass Herr Shafaghi diese Regelung infrage stellt, wenn er sagt: „Es ist schmerzlich für mich, dass ich meine Jecken im Münster nicht selbst begrüßen kann.“ [Express Bonn, 15.01.2010] Ebenfalls überraschend waren die Äußerungen des Bonner Prinzen gegenüber dem Express: „Wichtig ist im Karneval nicht die Religion […] Das Münster ist für mich kein Gotteshaus für Christen, sondern rein ein Gotteshaus.“ [Express Bonn, 13.01.2010] Im Kontext dieser Aussagen besteht durchaus die Gefahr, der Vermischung oder Vereinnahmung der jeweils anderen Religion.
Keine Intoleranz der Katholischen Kirche Der Vorwurf der Intoleranz und mangelnden Offenheit ist unhaltbar und infam. Zum Dialog zwischen Muslimen und Christen gibt es im Stadtdekanat Bonn einen eigenen Arbeitskreis. Der Stadtdechant weiß das seine Entscheidung nicht überall verstanden wird und auf Beifall trifft. Er befürchtet allerdings den Beifall von der falschen Seite, denn schon früh hat sich Schumacher für den Bau von Moscheen in Bonn eingesetzt: "Ich kann nur wiederholen, was schon das zweite Vatikanische Konzil gesagt hat: Jede Religion braucht für ihre Ausübung die entsprechenden Gebäude. Dies gilt auch für die Muslime in dieser Stadt. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass sie ihre Moschee(n) bauen können und sich nicht mehr in engen Ladenlokalen oder Hinterhöfen zum Gebet treffen müssen."
Rückendeckung aus dem Stadtrat und vom Muslimrat Inzwischen hat der frühere Vorsitzende des Bonner Muslim-Rates und derzeitiges Stadtratsmitglied, Haluk Yildiz Verständnis für die Haltung des Münster-Pfarrers geäußert. Er schreibt: "Daher ist es Ihr gutes Recht, so zu entscheiden, wie es der Sache gerecht und würdig ist. Und so wie Sie das auch versichern, sind wir genauso, auch aus unserem Glauben heraus, zum gegenseitigen Respekt verpflichtet." Yildiz verspricht Schumacher Unterstützung und sagt: "Denn Gerechtigkeit ist für uns kein Schlagwort, sondern ein Gebot. Zudem schätzen wir Sie als Dialogpartner sehr." Inzwischen pflichtete auch der Rat der Muslime Stadtdechant Schumacher bei: "Wer die Wahrung religiöser Identität und die selbstständige Bestimmung der religiösen wie kultischen Dienste als Intoleranz bezeichnet, der mag an das Engagement des Stadtdechanten für den Bau einer Moschee erinnert werden", heißt es in einer Presseerklärung
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