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25.12.2009 | Bonner Münster
Gott gibt nicht auf
Warum das Münster Bonns Weihnachtskirche ist
Das Münster ist Bonns Weihnachtskirche. Darstellungen der Passion sucht man vergebens, sieht man einmal ab vom Kreuzweg.me Das Ostergeheimnis wird nur in der Decke des Hochchores und im Altar am Vierungspfeiler dargestellt. Aber das Geschehen der Weihnachtszeit angefangen von Maria Verkündigung, über die Geburt Jesu, den Besuch der Weisen aus dem Morgenland bis hin zur Taufe Jesu, ist vielfach abgebildet. Ich habe mich oft nach dem Grund gefragt.
Natürlich kann ich nur spekulieren: das Bonner Münster ist ja zuerst einmal eine Grabeskirche, errichtet über den Gräbern von Märtyrern, von Menschen, die ihr Leben für ihren Glauben gegeben haben. Als die Gebeine der Heiligen, die seit 691 nachweislich die Namen Cassius und Florentius tragen, am 2. Mai 1166 zur Ehre der Altäre erhoben wurden, war dieser Ort nicht mehr nur ein Zeugnis ihrer Passion, sondern auch ihrer Verherrlichung. Da wundert es mich nicht, wenn als „Gegengewicht“ zu diesen österlichen Themen, nun die weihnachtlichen Darstellungen in einer Vielzahl zu finden sind. Sie können sich gerne einmal auf die Suche machen und Sie werden erstaunt sein, was sie alles finden.
Es ist immer die gleiche Botschaft in verschiedenen Variationen: Das Kind in der Krippe ist das Zeichen dafür, dass Gott trotz aller Widerwärtigkeiten nicht aufgibt. Er wagt immer wieder einen neuen Anfang mit den Menschen. Das kann man nicht oft genug hören. So wie Gott mit uns umgeht, so dürfen auch wir unsere Welt gestalten. Wir können es immer wieder neu wagen in unserem Leben.
Für diese Überzeugung haben Cassius und Florentius ihr Leben gelassen. So schließt sich wieder der Kreis und unser Münster wird zu einer Einheit. Ich freue mich über alle, die mit uns hier das Weihnachtsfest feiern und wünsche Ihnen ein Gesegnetes Fest.
Msgr. Wilfried Schumacher Münster-Pfarrer | Stadtdechant |
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