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15.11.2009 | Bonner Münster
Der Einzelne zählt - egal wo.
Zur Diaspora-Aktion 2009
Das Leitwort des diesjährigen Diasporasonntags, der auf das Ende des Kirchenjahres fällt, entspricht meinen eigenen Diaspora-Erfahrungen ganz und gar: „Der Einzelne zählt – egal wo.“
Vielleicht ist es nur noch in der Diaspora möglich, so sehr individuelle, auf Einzelne bezogene Seelsorge zu machen. Gerade in den nordeuropäischen Ländern, wo die wenigen Katholiken manchmal hunderte von Kilometern auseinandergezogen sind, kommt es buchstäblich auf den Einzelnen an. Die Priester, Schwestern und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Bewundernswertes, wenn sie in ihrem Dienst diesen Einzelnen nachgehen und sie zu den oft kleinen Gemeinden und Gemeinschaften zusammenführen. Viele hält gerade das in Treue zum Glauben – das Gefühl: Es kommt auf mich an. Ich zähle, andere rechnen mit mir.
Seit 160 Jahren unterstützt das Bonifatiuswerk das Bemühen, den Christen in der Diaspora ein Selbstbewusstsein zu schenken, ihren Glauben zu stärken und ihnen zu zeigen, wie wichtig jeder Einzelne für die Glaubensgemeinschaft, für die Kirche ist – egal wo! Unendlich viel Segen ist in diesen 160 Jahren aus dem Bemühen gewachsen, mit Spenden und Materialien den Menschen eine stabile Grundlage ihres kirchlichen Lebens zu schenken und ein Wachstum im Glauben zu fördern. Gerade in Skandinavien gibt es neue und große Herausforderungen, die das Bild von der Diaspora verändern. Durch die vielen Zuwanderer und Flüchtlinge wachsen die katholischen Gemeinden enorm. Die Kirchen werden zu klein, neue müssen gebaut werden. Das geht ohne die Hilfe des Bonifatiuswerkes nicht. Klöster entstehen mitten in einer säkularen „Wüste“. Menschen hungern nach geistlicher Nahrung. Das Bonifatiuswerk hilft – dank der Opferbereitschaft vieler Menschen unseres Landes.
„Der Einzelne zählt – egal wo.“ Wenn Glaubensweitergabe in der Diaspora gelingt, dann deshalb, weil Einzelne erfahren, wie wichtig sie für das Gesamt der Kirche sind. Und weil sie spüren dürfen: Ich bin Gott so wichtig, dass er mich in eine Gemeinschaft stellt, in der mein Glaube wachsen kann. Deshalb ist die Spende an diesem Sonntag so wichtig.
Msgr. Wilfried Schumacher |
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