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05.11.2009 | Stadtdekanat Bonn

 

Bonner Katholiken wählen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat

 

Bonner Katholiken können am kommenden Wochenende nach den drei Wahlen für Europaparlament, Stadtrat und Bundestag noch einmal zur Wahl gehen. In den meisten Gemeinden der Stadt finden die Abstimmungen für die Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände statt. 353 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um 247 Sitze. Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher rief gestern die katholischen Christen in der Stadt auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Über 100.000 Bürgerinnen und Bürger sind wahlberechtigt. Die Erfahrung lehrt, dass die meisten Wähler aus dem Kreis der Gottesdienstbesucher kommen, in Bonn immerhin rund 15.000.

 

Die Kirchenvorstandswahlen sind seit 1924 entsprechend einem staatlichen Gesetz üblich. In diesem Gremium, dessen Mitglieder nach drei Jahren zur Hälfte neu gewählt werden, wird Geld der Kirchengemeinde verwaltet. Rund 50 Millionen Euro sind das im gesamten Stadtgebiet, davon allein 17 Millionen für den Betrieb der Kindertagesstätten.

 

Die Pfarrgemeinderäte sind eine Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils. Seit 1968 gibt es diesen Rat, der gemeinsam mit den Hauptamtlichen in den Gemeinden arbeitet. In diesem Jahr geschehen die Wahlen zum Pfarrgemeinderat nach einer neuen Satzung und erstmals nicht mehr auf der Ebene der einzelnen Pfarrei sondern des Seelsorgebereichs. Damit erhält dieses Gremium eine neue konzeptionelle, koordinierende und vernetzende Bedeutung. Der Seelsorgebereich ist für die katholische Kirche im Erzbistum Köln die neue pastorale Einheit, die gebildet wird aus mehreren Pfarreien oder einer fusionierten Pfarrei.

 

Um den einzelnen Pfarreien oder Kirchorten auch weiterhin Einfluss auf das Gesamtgeschehen zu sichern, werden in einigen Seelsorgebereichen die neuen Pfarrgemeinderäte proportional gewählt oder sogenannte „Ortsausschüsse“ gebildet.

 

Auch im außerkirchlichen Bereich wird die Bedeutung dieser kirchlichen Gremien gesehen. So zitierte der Stadtdechant aus einem Brief von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch: „Mit vielen Aktivitäten und Projekten sind die Gemeinden gerade auch im sozialen und auch kulturellen Leben einer Stadt vertreten. Die anstehenden Wahlen schaffen die Voraussetzung dafür, dass dies auch weiterhin getan werden kann, sowohl in finanzieller Hinsicht als vielmehr auch durch Menschen, die sich für Andere einsetzen.“

 

Schumacher dankte den Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für die Wahlen haben aufstellen lassen, und war gewiss, dass alle, auch diejenigen, die nicht gewählt werden, bereit sind, sich für die Kirche vor Ort einzusetzen mit und ohne Mandat. Dies verdiene Respekt und Anerkennung.

 

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