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18.09.2009 | Bonner Münster-Stiftung
Die "CELLA" kehrt zurück
Ein ehrgeiziges Projekt mit hoher Bedeutung für Stadt und Region
Eines der frühen Zeugnisse der Bonner Stadtgeschichte soll an ihren ursprünglichen Ort zurückkehren: die "cella memoriae", die 1928 bei den Ausgrabungen unter dem Bonner Münster gefunden wurde. Am Freitag präsentierte die Bonner-Münster-Stiftung ihren Plan, neben dem Eingang des Münsters am Martinsplatz einen Pavillon zu errichten, in dem die "cella memoriae" für alle sichtbar und auch begehbar sein soll. Der Aachener Architekt Professor Ulrich Hahn wurde für die Umsetzung dieses Plans gewonnen.
Der renommierte Aachener Architekt möchte gerne in dem Garten neben dem Kapitelsaal eine Stahl-Glas-Konstruktion errichten, die in einer gedachten Achse in Verbindung steht mit dem Fundort der "cella memoriae" unter der Krypta des Münsters. Die Archäologen im Jahre 1928 hatten sie in die zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts datiert und mit einer christlichen Kulttradition in Verbindung gebracht haben. Die Neusichtung des Grabungsmaterials geschah in den letzten Jahren durch Christoph Keller und Ulrike Müssemeier. Sie gehen von einer Entstehung der „cella memoriae“ in der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts aus.
Fest steht nach Ansicht von Münster-Pfarrer Msgr. Wilfried Schumacher: „Es handelt sich um eine Totenmemorie auf einem römischen Gräberfeld. Sie wurde bald nach ihrer Errichtung gewaltsam zerstört und dann mit Erde zugeschüttet, so dass sie in ihrer Grundstruktur erhalten blieb.“ Für das sechste Jahrhundert wird über diesem Ort ein rechteckiger Saalbau nachgewiesen. Hier ließen sich die Angehörigen der Bonner Oberschicht „ad sanctos“ , d.h. „bei den Heiligen“ bestatten, denn christliche Zeichen im Boden trugen zur Legendenbildung über hier beigesetzte Märtyrer bei. 691 wird an dieser Stelle in einer Urkunde eine „Basilica“ zu Ehren der Heiligen Cassius und Florentius erwähnt. „Um die Kirche herum entstand nach und nach die sogenannte „villa basilica“, die Keimzelle des mittelalterlichen Bonns“, so Schumacher.
„Die Archäologen lehnen direkte Zusammenhänge als nicht eindeutig wissenschaftlich bewiesen ab. Für die Bonner-Münster-Stiftung ist jedoch dieser Ort prägend für die Bonner Stadtgeschichte, von hier aus ist unsere Stadt entstanden“, so der Vorsitzende der Bonner-Münster-Stiftung, Dr. Ludwig Klassen vor der Presse. Die Bonner-Münster-Stiftung will dieses Projekt finanzieren. Es sollen keine Gelder der Kirche dafür verwendet werden. Erst recht keine Kirchensteuermittel. Deshalb ruft die Bonner-Münster-Stiftung zu Spenden auf. „Es geht um ein Stück Stadtgeschichte, das hier wieder öffentlich werden soll“, so der Vorsitzende der Stiftung, Dr. Ludwig Klassen. „Wir hoffen, dass sich viele beteiligen.“
Die Rückholung der Cella Memoriae ist kein Selbstzweck. Die Münster-Stiftung ist mit diesem Projekt bestrebt Stadt- und Kulturgeschichte für die Menschen in der Stadt und die vielen Besucherinnen und Besucher erfahrbar zu machen und die christlichen Wurzeln zu zeigen. Bitte unterstützen Sie uns dabei!
Besichtigung des Modells für die Öffentlichkeit:
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