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15.09.2009 | Stadtdekanat Bonn
Federvieh macht auch Dreck
Alter und neuer Taubenschutz kostet Arbeit und viel Geld
An ihnen scheiden sich bekanntlich die Geister. Possierliche Tierchen mit Briefträgerpotential oder Ratten der Lüfte? Friedensbote oder Stadtbeschmutzer? Die Rede ist von den Tauben. Fakt ist: Sie produzieren viel Dreck und Arbeit.
Die Stadt bietet einen so optimalen Lebensraum, dass die sogenannte Straßentaube oder auch Stadttaube eine eigene Art ist (die über die verwilderte Haustaube von der Felsentaube abstammt). Leider fehlt es den tierischen Mitbewohnern allerdings an entsprechenden Manieren, weshalb sich das Bonner Münster durch Gitter, Netze und Metalldornen schützen muss. Und das ist teuer!
Die Galerie im Kreuzgang ist von innen mit Netzen bespannt, während auf den davorliegenden Fensterbänken zwölf feine Drähte über zehn Zentimeter lange Stifte gespannt sind. Hätte man Letztere nicht einsparen und die Netze an der Fassade anbringen können? Nicht nur der Denkmalschutz, der solche Maßnahmen begleitet schreitet dann ein, damit der äußere Schein gewahrt bleibt. So summieren sich die Kosten nach und nach, denn hier handelt es sich nicht um die Ausstattung einer Bürofassade. Taubenschutz am Bonner Münster bedeutet Maßarbeit. Somit ändert sich von Außen wenigstens auf den ersten Blick nicht viel.
Im Inneren aber kommt einiges an Euro zusammen, denn neue Taubenschutzmaßnahmen und die Erneuerung bisheriger Installationen sind erforderlich. Teilweise knöchelhoch liegt der Dreck an einigen Stellen im Turm oder auf den Galerien. (Die Beseitigung möchte man keinem Mitarbeiter zumuten.) Der Naturstein ist in vielerlei Hinsicht witterungsabhängig und verändert sich. Was heute noch fest montiert ist, kann im nächsten Jahr schon defekt sein. Und in kürzester Zeit haben die Tauben neue Reviere erobert.
Die Kosten belaufen sich auf weit mehr als 10.000 Euro. Geld, das nicht nur der Münster-Pfarrer Msgr. Wilfried Schumacher gerne für andere Projekte ausgeben würde. Auch andere Pfarrer haben mit dem Problem zu kämpfen. Der Einbau eines Nestes mit eigenem Landeplatz bisher leider keinen Falken anlocken können. Wenn Sie also zufällig einen Falken kennen, der auf Wohnungssuche ist, geben Sie ihm bitte unsere Kontaktdaten weiter.
Da bei Redaktionsschluss nicht geklärt war, ob Tauben ggf. öffentliche Personen sind, hat die Redaktion wegen des Schutzes der Persönlichkeit auf die Veröffentlichung von Taubenbildern verzichtet. |
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