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Die Kar- und Ostertage

im Bonner Münster

Wallfahrt mit dem

Stadtdekanat Bonn

am 12. Mai 2012

katholisch.de
 

 

04.09.2009 | Stadtdekanat Bonn

 

Zuerst zum Brünnchen

 

Die Barocke Reliquien-Büste der Heiligen Adelheid von Vilich.

Pützchens Markt ist angesagt! Aber wer von den vielen hunderttausend Besuchern denkt beim Besuch von Pützchens Markt an die Heilige Adelheid, unsere Stadtpatronin? Sie sollten es aber, denn schließlich verdanken wir dieser Frau, die vor über 1000 Jahren gelebt hat, diesen Jahrmarkt.

 

Adelheid war eine in ihrer Zeit durchaus emanzipierte Frau, die wusste, was sie wollte und sich mit ganzer Kraft dafür engagierte, dass ihr Stift in Vilich ein Zentrum des Gebetes und der Nächstenliebe war. Mit großer Freude haben wir im Mai ihre Erhebung zur Stadtpatronin neben den Hl. Cassius und Florentius gefeiert. Auf sie geht auch die Quelle zurück (im rheinischen: Pütz-chen). Als eine große Dürre herrschte,  entsprang dort das Wasser auf die Fürbitte der Heiligen. Klar, dass die Menschen von diesem Wunder angezogen wurden.

 

Wallfahrten zum Pützchen wurden schon bald mit einem Jahrmarkt verbunden. Schließlich wollten sich die Beter nach ihren frommen Übungen auch vergnügen, und frohe Feste lassen das Geld zum Einkauf locker sitzen. Ich kann mich noch gut erinnern: wenn ich als Kind mit der Oma „op Pützchen“ fuhr, führte uns der erste Weg an den kleinen Brunnen. Das Wasser ist es gut gegen Augenleiden, hieß es und ein kleines Augenbad war obligatorisch – sonst gab es kein Karussell, kein Eis, keine Bockwurst!

 

Vielleicht schütteln sie jetzt den Kopf – Kinderglauben, Aberglauben, Magie oder Zauberei. Vor unserem klaren Denken können dieser und andere Bräuche kaum bestehen. Aber ist es wirklich so abwegig? Die Hand unter dem Wasserstrahl an der Quelle erinnert mich daran, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die unserem Einfluss entzogen sind. Es müssen nicht immer schreckliche Ereignisse sein, die uns zur Besinnung kommen lassen. Vielen, die durch die Jahrhunderte hindurch nach Pützchen kamen, genügte der Gang zur Quelle.

 

In diesem Sinne: eine schöne Zeit „op Pützchen“.

 

Wilfried Schumacher

Münster-Pfarrer

     

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Letzte Aktualisierung: 03.04.2012