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15.04.2009 | Citypastoral

 

„Die Welt etwas menschlicher machen“

 

Das neue „Foyer am Münster“ nimmt seinen Betrieb auf

 

 

„Mich hat gereizt an einem neuen Projekt mitwirken zu können. Ich finde es toll, dass Kirche sich nicht hinter dicken Mauern versteckt, sondern an diesem prominenten Ort ganz offen präsent ist.“ Regina Ricken nimmt man ab, was sie sagt. Mit freundlichem Lächeln und einem Blitzen in den Augen erzählt die 51-Jährige aus Alfter von der Idee des „Foyer am Münster“, das Mitte Januar seinen Betrieb im spektakulären Neubau an der Westfassade des Münsters aufgenommen hat.

 

Vor mehr als zehn Jahren begann in Deutschland die Karriere der Citypastoral. Sie steht für den Versuch der Kirche, in den Zentren großer Städte präsent zu sein, also dort, wo auf engem Raum Geschäfte, Dienstleistungseinrichtungen und Freizeitangebote zu finden sind. Hier sind die Menschen v.a. Passanten, Einheimische und Fremde, geschäftlich oder privat unterwegs, die einen gelassen, die anderen gehetzt. Ein ständiges Kommen und Gehen, in Stoßzeiten eine Menschenmasse, immer in Bewegung, in der Einzelne sich verloren fühlen oder aber ihre Anonymität genießen können.

 

Informationen über das kirchliche und caritative  Leben

Regina Ricken ist eine von etwa fünfzig ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Citypastoral, die im „Foyer am Münster“ für die Passanten der Innenstadt ansprechbar und der katholischen Kirche von Bonn ein Gesicht verleihen wollen. Im Foyer findet man alle wichtigen Informationen über das gesamte kirchliche und caritative  Leben in Bonn. Ob ich heiraten oder wieder in die Kirche eintreten möchte, ob ich auf der Suche nach einem Kirchenchor bin, einen Kirchenführer suche oder Unterstützung für meine pflegebedürftige Mutter benötige, das Foyer weist den Weg. „Bisher habe ich mich in der Krankenhausseelsorge engagiert. Dort gehe ich auf eine Station, suche den Patienten in seinem Zimmer auf  und mache ein Gesprächsangebot.

Hier im Foyer ist es genau umgekehrt. Hier erwarte ich die Menschen, die zu uns kommen, heiße sie willkommen und muss dann erst einmal versuchen zu verstehen, wie ich ihnen weiterhelfen kann. Das reizt mich – und fordert mich gleichzeitig heraus. Ich weiß vorher nie, was mich jetzt erwartet und muss mich ganz flexibel auf mein Gegenüber einstellen. Gleichzeitig kann ich so an einer gastfreundlichen Kirche mitwirken.“

 

„Ich freue mich immer wieder auf die Kolleginnen hier im Foyer"

Das ist auch Gabriele van de Sand sehr wichtig, die gemeinsam mit Regina Ricken ihren wöchentlich dreistündigen Dienst im Foyer versieht. „Mir bedeutet es sehr viel offen für unsere Besucherinnen und Besucher ansprechbar zu sein und mit ihnen in einen Dialog zu kommen. Ich habe mir vorgenommen zu versuchen, sie auch untereinander mehr in Kontakt zu bringen. Für mich ist der Dienst im Foyer geradezu eine Einübung ins Christsein und die eigene Bescheidenheit. Einerseits lerne ich mich in Geduld zu üben, etwa wenn über einen längeren Zeitraum niemand das Foyer besucht - andererseits lerne ich die Vielfalt der Menschen zu schätzen. Wir sind nämlich im Mitarbeiterkreis sehr unterschiedlich und können deshalb auch für unsere sehr unterschiedlichen Besucher ein passendes Angebot machen.“  Mit einem freundlichen Blick auf Regina Ricken ergänzt die 61-jährige Wachtbergerin: „Ich freue mich immer wieder auf die Kolleginnen hier im Foyer. Mit jedem gemeinsamen Dienst kommen wir uns näher und dabei wächst auch Persönliches.“  „Das kann ich nur bestätigen“, lacht Regina Ricken und fährt ernster fort: „Der Kontakt mit den ganz verschiedenen Menschen und ihren z. T. auch schwierigen Lebenssituationen, ist aber auch eine Bereicherung für mein privates Leben. Ich stelle fest, dass ich sensibler für den Umgang mit meiner Familie und meinen Mitmenschen geworden bin. Letztlich möchte ich mit meinem Engagement im Foyer diese Welt etwas menschlicher machen. “ So wie sie es sagt, gibt es keinen Zweifel, dass es ihr auch gelingt.

 

  • Das „Foyer am Münster“, Gangolfstraße 14, ist Montag bis Samstag durchgehend von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet.

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Letzte Aktualisierung: 30.10.2009