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30.03.2009 | Münster-Carré
Sechs Männer kämpfen um die Nachfolge einer Frau
Die OB-Kandidaten im Gespräch mit Katholiken
Auf Einladung des Katholikenrates stellten sich die sechs OB Kandidaten dem Gespräch mit engagierten Katholiken. Moderator Werner D’hein stellte mit Blick auf das Podium fest: „Sechs männliche Kandidaten, das passt zur katholischen Kirche!“ Der Versuch, statistische Übereinstimmungen mit der Amtsinhaberin Bärbel Dieckmann herzuleiten führten nicht zu erhöhter Gemeinsamkeit, keiner ist eine Frau nur zwei sind verheiratet, drei sind katholisch.
In einem Eingangsstatement machten alle Kandidaten klar, dass die Kirchen in Bonn als freie Träger der Bildung und der Wohlfahrt und als Initiatoren vielfältigen ehrenamtlichen Engagements aus der Stadt nicht wegzudenken sind. Vielen Zuhörern war sicher nicht bewusst, dass Bonn eine Stadt ohne kommunales Krankenhaus ist. Alle Podiumsteilnehmer versuchten – mehr oder weniger glaubwürdig - biografisch einen Bezug zur katholischen Kirche herzustellen. Messdiener waren sie fast alle, Jürgen Nimptsch von der SPD verwies auf seine schon 12-jährige Tätigkeit als St. Martin in Beuel. Für Christian Dürig von der CDU ist Politik ohne das „C“ nicht vorstellbar. FDP-Mann Werner Hümmrich verwies auf seine Mitgliedschaft in der Kreissynode der evangelischen Kirche. Für den Kandidaten der Linke Michael Faber ergibt sich sogar eine gemeinsame Schnittmenge zwischen seiner Partei und der Kirche in den beiden Begriffen „christliches Menschenbild und soziale Glaubwürdigkeit“. Ein einleuchtendes Beispiel dafür blieb er allerdings schuldig. Peter Finger von den Grünen, ein echter Westfale mit entsprechenden kirchlich geprägten Kindheitserinnerungen, entwickelte das Bild einer gerechten Gesellschaft als Vision, in der die Kirchen nicht fehlen können.
Das Bedürfnis der ZuhörerInnen, sich zu Wort zu melden war erfreulich groß. Allerdings gab es eine Reihe ganz konkreter Anfragen, auf die die OB-Kandidaten nur pauschal oder verweisend eingehen konnten. Allerdings, und das gehört sich ja für richtige Politiker, hatten sie keine Mühe damit, auch in Unkenntnis der konkret angesprochenen Probleme ausgiebig zu antworten. Das brachte den Moderator enorm in Zeitverzug und einige interessante Themenblöcke mussten gestrichen werden, andererseits kam auch keine richtige Stimmung auf, kontroverse Diskussionen verliefen im Sand des Kein Klein. Daran konnte auch die letzte Frage nichts ändern, warum Katholiken den jeweiligen Kandidaten wählen sollen. Im Prinzip wurden die Hauptstatements aus der Anfangsphase wiederholt, nun müssen sich die Katholiken selbst eine Antwort auf diese Frage geben. Ralf Birkner |
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