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25.12.2008 | Stadtdekanat Bonn / Bonner Münster

 

Gott gibt nicht auf

 

Weihnachten 2008 in Bonn

 

 

Mehrere Zehntausend Katholiken haben in teils überfüllten Kirchen die Weihnachtsgottesdienste in der Stadt gefeiert. Im Bonner Münster stellte Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lage den Menschen die Frage: „Was bedeutet eigentlich Weihnachten für Sie?“

 

Alle Chöre und das Orchester des Bonner Münsters stimmten unter der Leitung von Regionalkantor Markus Karas die knapp 1000 Gottesdienstbesucher im Bonner Münster musikalisch auf die Weihnachtszeit ein, bevor Stadtdechant und Münster-Pfarrer Msgr. Wilfried Schumacher um 23.00 Uhr in die Basilika einzog, um mit den Gläubigen die Christmette zu feiern.

 

In seiner Predigt ging Schumacher auch auf die aktuellen Sorgen der Menschen ein. Die zunehmende soziale Kälte könne nicht durch die besorgniserregende Erderwärmung ausgeglichen werden. „Es fehlt den Menschen an Geborgenheit, an Nähe, an Zuwendung.“ Die Weltwirtschaftskrise trage zusätzlich zur Unbehaglichkeit bei und ließe wenig Hoffnung übrig. Allerdings sei schon einmal die Prophezeiung wahr geworden, dass „mitten im kalten Winter, wohl zu der Halben Nacht“ plötzlich eine Rose aufblühte. Die Predigt wurde sodann auch dreimal durch das bekannte Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“, dessen Text auf den Propheten Jesaja zurückgeht, unterbrochen.

 

Mitten in diese Nacht, in diese Kälte habe Gott ein lebendiges Zeichen der Hoffnung gesetzt, jedoch nicht mit Pauken und Trompeten, sondern „obdachlos, abgeschoben in einen Stall, nicht kranken- und sozialversichert“, sondern bedroht und verletzbar. Das Kind in der Krippe sei „Zeichen dafür, dass Gott nicht aufgibt“, sondern immer wieder einen neuen Anfang mit jedem einzelnen Menschen wagt.

 

Diese Botschaft des Weihnachtsfestes müsse auch heute wieder Konkretion erfahren. Allerdings nahm der Stadtdechant dabei jeden Einzelnen in die Verantwortung: Es ist an uns, dem menschgewordenen Gott ein Gesicht zu geben in unserer Welt. Es ist an uns, für Wärme und Licht in der dunklen Nacht dieser Welt zu sorgen.

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