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23.06.2008 | Citypastoral

 

Sehen, staunen, beten und

tatkräftige Gemeinschaft erleben

 

Mit der Citypastoral auf den Spuren

von Martin und Remigius zur Frankreich

 

Es dauerte einige Zeit, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnten, dann aber eröffnete sich die ganze Pracht einer der größten Krypten christlicher Baukunst. Die zwanzig Wallfahrerinnen und Wallfahrer aus Bonn staunten bereits zuvor über die Schönheit der Kathedrale mit dem berühmten Labyrinth. Jetzt aber tauchten Sie tief in die Erde zu den Wurzeln und in die Mystik des Baus ein.

 

Chartres die begeisternde Ouvertüre der Pilgerreise durch Frankreich zu der die Citypastoral Bonn aufgerufen hatte. Im Mittelpunkt standen die beiden Bonner Innenstadtheiligen Martin von Tours und Remigius, deren Gräber die Reisenden noch besuchen sollten. Immer mit dabei: Die Sonne, die von einem nahezu wolkenlosen Himmel bis in die Herzen schien und für unentwegt gute Laune sorgte.

 

 

 

Industriespionage!

Die Pastoral in Frankreich bietet interessante Aspekte. Die besondere Situation im Verhältnis von Kirche und Staat seit der Revolution erforderte schon früh Ideenreichtum. Und so haben die uns die Franzosen auf dem Gebiet der Tourismuspastoral und des Empfangs (accueil) einiges voraus. Deshalb stand auch eine Begegnung mit der Mitarbeitern der Tourismuspastoral der Kathedrale von Chartres auf dem Programm. Hier wie auch an allen anderen Orten schauten aber die Bonner ganz genau hin und spionierten ein bisschen bei den Nachbarn. Eines war aber klar: „Unser Münster-Laden ist schöner!“ – In Tours gab es ein Gespräch mit den Benediktinerinnen Sacré Coeur, die die Martinsbasilika betreuen. Deren Devise: „Pilger, Besucher oder nur Passenten: Hier empfängt Sie Gott, um Ihrem Leben einen Sinn zu geben. Hier wartet Gott auf Sie, um Ihnen Seine ganze Liebe zu schenken!“

 

 

 

Kannte Martin auch Cassius und Florentius?

Für die folgende Spurensuche des Heiligen Martin von Tours war eine ehemalige mittelalterliche Abtei „Herberge“ für die Pilger, die vor Ort auch das Grab von Richard Löwenherz aufsuchen konnten. Erste Station war die Abtei von Liguge, die 361 von Martin gegründet wurde und als das erste Kloster des Abendlandes gilt. Hier wurde der Heilige auch zum Priester geweiht und war bis 370 selber Abt.

 

 

In Candes, einem der schönsten Orte in Frankreich, am Zusammenfluss von Loire und Vienne gelegen gründete Martin zu Lebzeiten eine Kirche zu Ehren des hl. Mauritius und suchte gern Entspannung im örtlichen Kloster. Mauritius war der Anführer der Thebäischen Legion, deren sämtliche Mitglieder gegen Ende des dritten Jahrhunderts den Märtyrertod erlitten haben sollen. Hierzu gehören auch die beiden Bonner Stadtpatrone. Ob allerdings der Heilige aus Tours auch Cassius und Florentius kannte, ist fraglich. Schöner Abschluss war eine unterhaltsame und lehrreiche Bootsfahrt.

 

 

 

Ständiger Begleiter: Mittagsgebet und Martins-Lied

 

In Candes verstarb Martin 81jährig am 8. November. Hier, wie auch an vielen anderen Punkten der Pilgerreise wurde gemeinsam das Bonner Mittagsgebet gehalten und zum Abschluss auch das bekannte Martins-Lied gesungen. Dies erklang auch zum Abschluss der Eucharistiefeier in der Krypta der Martinsbasilika in Tours wobei die Pilger um das Grab des Heiligen Martin schritten.

 

 

 

Eine besondere Ehre für die Pilger

 

Auch am Grab des heiligen Remigius feierten die Bonner zum Abschluss der Wallfahrt gemeinsam die Heilige Messe. Eine besondere Ehre kam den Pilgern dabei zuteil als der Küster Das Mausoleum öffnete und zur Verehrung den Schrein mit den Gebeinen des Bischofs herauszog.

 

 

Bereits am Vortag beeindruckte die imposante Kathedrale, die auch lange Zeit Krönungskirche der französischen Könige war.

 

Eine tolle Pilgertruppe

 

Über vieles könnte man noch berichten, wie der Besuch der Kirche in Vendôme mit dem ältesten Marienfenster oder der Kathedrale von Tours, den Begegnungen und Gesprächen am Rande, der Besichtigung einer Sektkellerei, dem hilfsbereiten Busfahrer, der zeigte, dass vielleicht doch ein Kamel durchs Nadelöhr gehen kann…

Zu guter sollten aber drei Dinge nicht unerwähnt bleiben. Zum einen waren da die spontanen und genussvollen Picknicks. Weiterhin die geistlichen und bereichernden Impulse des Reiseleiters Msgr. Wilfried Schumacher und schließlich die Gemeinschaft der mitreisenden Pilger.

 

 

 

 

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