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„Bereit zur Gemeinschaft mit dieser Stadt“
Fronleichnam 2008 in Bonn
Mehrere Tausend Katholiken haben das Fronleichnamsfest mit Prozessionen in ihren Gemeinden begangen. An dem zentralen Gottesdienst mit Prozession in der Innenstadt nahmen über 1.000 Gläubige teil, unter ihnen Bezirksbürgermeister Helmut Kollig. Die Messe zelebrierte Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher gemeinsam mit Priestern aus den Innenstadtpfarreien, den ausländischen Gemeinden und der katholisch-theologischen Fakultät. „Heute konfrontieren wir das Alltägliche unserer Welt mit dem Heiligen, das immer verborgen in unserer Mitte ist. Heute gibt es nicht das Heilige hier drinnen und die Welt dort draußen,“ erklärte der Münster-Pfarrer das Fest.
Der Gottesdienst im Münster stand ganz Zeichen der Konferenz über die Artenvielfalt. Schon das Plakat hatte in mehreren Sprachen dazu eingeladen. Im Gottesdienst wurden die Lesungen in verschiedenen Sprachen vorgetragen. Schumacher verwies in seiner Predigt auf den Apostel Paulus, der schon die Vielfalt der christlichen Gemeinde gesehen habe. „In der christlichen Gemeinde“, so der Münster-Pfarrer, finden sich unterschiedliche Charismen und Begabungen, Männer und Frauen, Arme und Reiche, Junge und Alte, Ganz-Fromme und Weniger-Fromme.“ Christus selbst führe durch seine Gemeinschaft mit ihnen die Vielfalt zur Einheit: „Seine Gegenwart wird zu einer Bewegung der Vielen auf ihn hin und aufeinander zu.“
Deshalb sei die Fronleichnamsprozession keine Demonstration, sondern die Einverständniserklärung, dass wir bereit sind zur Gemeinschaft mit dieser Stadt – in allen Themen und Bereichen, in denen die Christen gefragt seien: in der Sensibilität für die Nöte des anderen, in der Bereitschaft zu teilen, im Einsatz für den Nächsten. „Es gibt vieles, wo wir gefragt sind und wo wir uns nicht heraushalten können. Angefangen von den Kindertagesstätten für die Kleinen bis hin zur Moschee für die Muslime“, sagte der Stadtdechant, von dem man weiß, dass er die Muslime darin unterstützt, in einer eigenen Moschee ihren Glauben zu praktizieren.
Erstmals zog die Prozession nach der Messe im Münster und einem Weg durch die Innenstadt wieder durch den Hofgarten. Bewusst wollte man die Universität mit einbeziehen, um denen den Rücken zu stärken, die sich in Wissenschaft und Forschung für Menschenwürde und Menschrecht, für die Bewahrung der Schöpfung engagieren, erläuterte Msgr. Schumacher.
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