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Reformation in Bonn

Die Kirche zu Beginn des 16. Jahrhunderts war geprägt von der Sehnsucht vieler Menschen nach Reformen. Beflügelt durch die Konzilien von Konstanz und Basel (1431?1449) wünschten sich viele eine ?Reform an Haupt und Gliedern? -auch im Kölner Erzbistum, dessen Erzbischof Hermann von Wied eher ein Fürst als ein Hirte war. Bald geriet der Kurfürst unter den Einfluss von Martin Bucer, einem Gefolgsmann Martin Luthers und stieß damit seine eigenen Theologen, die auch an einer kirchlichen Reform interessiert waren, vor den Kopf.

Am 17. Dezember 1542 predigt Bucer im Bonner Münster, an Ostern 1543 empfing der Erzbischof im Münster das Abendmahl nach evangelischem Ritus. Bald schon konnte Martin Bucer sei- nem Namensvetter Martin Luther melden, dass Bonn zum Mittelpunkt einer evangelischen Bewegung geworden war. In allen Kirchen wurde das evangelische Abendmahl gefeiert, die Mönche in den Klöstern von ihren Gelübden entbunden. Widerstand regte sich im Kölner Domkapitel. Viele Pfarreien im Umland schlossen sich den Reformatoren nicht an. Die Kölner Reformpartei erreichte schließlich, dass Kaiser Karl V. sie unterstützte. Hermann von Wied wurde 546 verbannt und der erzbischöflichen Würde für verlustig erklärt.


Am 10. Februar 1547 hielt der neue Erzbischof von Köln, Adolf von Schauenburg seinen feierlichen Einzug in Bonn und ließ sofort im Münster durch seinen Kaplan eine Messe feiern. Von der Münsterkanzel aus predigte zehn Jahre später der junge Jesuit Petrus vor 3000 Zuhörern und forderte u.a. eine strenge Visitation und eine Analyse der kirchlichen Verhältnisse.


Sie folgte erst 10 Jahre später mit erschreckenden Ergebnissen: Die Neigung der Stiftsherren zu Luxus und Trunksucht wird angeprangert. Dagegen war der Pfarrklerus schlecht bezahlt und hatte eine Verwahrlosung zur Folge. Die Schulbildung am Cassiusstift wurde vernachlässigt. Die Akten sprechen von mangelnder Disziplin bei den Stiftsherren, ungebührlicher Kleidung, nachlässiger Feier der Gottesdienste.


Es folgen weitere Jahrzehnte, in denen einerseits Bonn als Residenzstadt gestärkt wurde, andererseits die Erzbischöfe immer wieder aus persönlichen Interessen zur „neuen Lehre“ wechselten. Trauriger Höhepunkt war der Kölnische Krieg, der im September 1588 mit dem Sieg des katholischen Wittelsbacher-Fürstbischofs endete. Vorangegangen war eine furchtbare Plünderung der Stadt, des Münsters und des Cassius-Stiftes durch Martin Schenk von Nideggen.

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