Schwere Aufgabe: 90 Kirchenbänke ausgelagert

27. September 2017; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)

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BONN. Bevor die Generalsanierung des Bonner Münsters im Frühjahr 2018 beginnt, müssen auch die 95 Kirchenbänke und 60 Stühle ausgeräumt werden. Buchstäblich eine schwere Aufgabe, denn die Bänke wiegen je nach Größe 50 bis 70 kg, was insgesamt knapp 6 Tonnen sind.

 

Alle Bänke wurden vorab nummeriert und von einem Restaurator begutachtet. Insbesondere die Wangen der Bänke sind dabei von großem Interesse, weil einige kunsthistorisch wertvoll sind. Einige der Eichenbänke stammen noch in Gänze aus dem Barock, bei anderen hat man alte Wangen mit neuen Sitzgelegenheiten versehen und wieder andere stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

 

Abgesehen vom Bischofssitz (Kathedra) und den Stühle des Klerus (Sedilien) gab es bis zum Hochmittelalter keine Bänke oder Stühle in den Kirchen. Kathedra und Sedilien sind allerdings keine Sitzgelegenheiten, sondern liturgische Orte mit Symbolcharakter. Im Bonner Münster wie auch anderenorts gibt es seit dem Spätmittelalter Bänke und Stühle für die Gemeinde.  

 

Für die Stiftsherren, die mehrmals täglich zum Gebet zusammenkamen, gab es das Chorgestühl im Hochchor. Anfangs war es aus Stein, wovon noch zwei Skulpturen zeugen: Ein Engel und ein Teufe, die beide Listen führen. Sie schreiben die Gedanken der Stiftsherren auf und ermahnen dazu, die Gedanken nicht abschweifen zu lassen beim Gebet. Die Figuren stammen vermutlich aus den Händen des Laacher Samsonmeisters (1190-1220). Das heutige Chorgestühl stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist aus Holz.

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