Ostern in Bonn: Seid Zeugen der Auferstehung

Stadtdechant tauft vier Erwachsene - Applaus für die neuen Christen - Osterfeuer in Sankt Remigius - Tausende Christen feiern in Bonn die Auferstehung Jesu
1. April 2018; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)

BONN. Tausende Gläubige haben in den katholischen Kirchen Bonns die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Die Liturgie am Osterfest mit vielen Riten und Symbolen findet traditionell in der Nacht statt. Vielerorts beginnt sie am späten Abend, in manchen Gemeinden auch Frühe des Ostersonntags. Das Geläut der Kirchenglocken, die seit Gründonnerstagabend geschwiegen hatten, verkündete in der ganzen Stadt die christliche Osterbotschaft.

 

Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher feierte in der Remgius-Kirche mit den Gläubigen die Osternacht, die am Sonntagmorgen um 5.00 Uhr mit dem Osterfeuer im Kreuzgang begann. Unter den Gottesdienstteilnehmern waren auch vier Junge Erwachsene Taufbewerber die sich ein Jahr lang auf diesen Tag vorbereitet hatten. Aber auch in vielen anderen Bonner Gemeinden wurden in der Osternacht Kinder und Erwachsene getauft.

 

In seiner Osterpredigt wies der Stadtdechant daraufhin, dass die Osterbotschaft verbunden sei mit der Aufforderung „Geht“. Und er erinnerte an ein Wort von Papst Franziskus, der von den „Sofa-Christen“ spreche, die die Welt vom Sofa aus betrachten oder sie unter ihrem Balkon vorbeiziehen lassen. „Die Sofa-Christen überhören geflissentlich das Wort ‚Geht‘. In ihrem Taufschein steht zwar, dass sie getauft sind. Aber sie brechen nicht mehr auf, sie gestalten nicht mehr ihre Welt aus der Botschaft des Evangeliums", sagte der Geistliche und fügte hinzu: "Wenn in unserer Gesellschaft der ‚Untergang des christlichen Abendlands‘ beklagt wird, dann liegt das nicht an REWE, der den ‚Traditionshasen‘ verkauft, sondern an den ‚Sofa-Christen‘ unserer Tage.“

 

Während des Gottesdienstes wurden die Taufbewerber durch Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher getauft, gefirmt und zur Erstkommunion geführt. Schumacher erinnerte die Neugetauften daran, dass der auferstandene Christus sie in der Taufe der Macht des Todes entrissen habe. Deshalb müssten sie „Zeugen der Auferstehung sein“, damit die Botschaft von Ostern nicht in Vergessenheit gerate. Nach der Taufe brauste Applaus für die neuen Christen als Willkommensgruß auf. Schumacher überreichte ihnen einen weißen Taufschal. Dieser erinnert an das Taufkleid (Albe), welches die die Neugetauften früher bis zum Sonntag nach Ostern trugen, woran heute noch die Bezeichnung „Weißer Sonntag“ erinnert.

 

Höchstes Fest der Christenheit

Ostern ist das höchste und älteste Fest der Christenheit. Auf der ganzen Welt feiern Christen die Auferstehung Jesu vom Tod und werden durch Taufe, Firmung und Erstkommunion in die Kirche aufgenommen. Die Feier der Osternacht ist der liturgische Höhepunkt der drei österlichen Tage, die am Gründonnerstag beginnen. Sie beinhalten das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern, sein Leiden, seinen Tod, die Grabesruhe und die Auferstehung.

 

Osterkerze brennt 50 Tage

Auf vielerlei Weise und symbolträchtig werden die biblischen Ereignisse in den Gottesdiensten vergegenwärtigt. Den auferstandenen Christus symbolisiert die Osterkerze, die am gesegneten Feuer zum Beginn der Osternacht entzündet wird. Dass das Geschehen von damals auch in die heutige Zeit leuchten soll, zeigt die Jahreszahl, die auf den Osterkerzen angebracht ist. Die Osterkerze brennt 50 Tage in den Kirchen bis zum Pfingstfest.

 

Klappern während der Kartage

Während der Osternacht läuten auch die Glocken der katholischen Kirchen wieder. Bis dahin hatten sie seit dem Abend des Gründonnerstags geschwiegen. Die Stille des Karfreitages und Karsamstags unterbrechen mancherorts ersatzweise Holzklappern oder Ratschen. So waren in einigen Bonner Ortsteilen wie Dransdorf, Lessenicht und Graurheindorf Ministranten und Kommunionkinder mehrmals am Tag unterwegs, um klappernd zu den Gottesdiensten und zum Gebet einzuladen.

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