Feierliche Schließung des Bonner Münsters

Abschied für mindestens zwei Jahre - Umfangreiche Generalsanierung
15. Juli 2017; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)

 

BONN. Am 23. Juli 2017 wird das Bonner Münster geschlossen zur Vorbereitung der umfangreichen Generalsanierung. Um 12.00 Uhr feiert Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher den letzten Gottesdienst in der päpstlichen Basilika, bevor er die Portale feierlich verschließen und die Schlüssel an den Projektleiter und die Architekten übergeben wird. Dann werden auch ein letztes Mal die 260 Jahre alten acht Münster-Glocken läuten. An der Feier nehmen auch Oberbürgermeister Ashok Alexander Sridharan sowie Vertreter der griechisch-orthodoxen und der evangelischen Kirche teil.

 

Danach zieht die Prozession über den Münsterplatz durch die Innenstadt nach Sankt Remigius. Dort und in der Schlosskirche werden dann die Gottesdienste stattfinden. Dabei werden auch die Reliquiare der Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius sowie der Schrein mit Reliquien der Heiligen Helena mitgeführt.

 

Statische Probleme, Risse, Feuchtigkeit und veraltete Technik sind Gründe für eine der umfangreichsten Sanierung in der Geschichte des Münsters. Nach einer dreijährigen Planung und Bauanalyse beginnen nun die Vorbereitung zur Generalsanierung. Sie geht einher mit einer voraussichtlich zweijährigen Schließung und wird derzeit auf 20,22 Millionen Euro geschätzt.

 

Das Erzbistum Köln wird einen Großteil der Kosten übernehmen. Mit der Initiative „Mein Herz schlägt fürs Bonner Münster“ lädt der Bonner Münster-Bauverein zu einer breitangelegten Unterstützung ein und bittet um Spenden für das Wahrzeichen der Stadt Bonn. (www.mein-bonner-muenster.de)

 

Vor fast 1000 Jahren wurde der Grundstein für das Bonner gelegt, welches sich über den Gräbern christlicher Märtyrer erhebt. Die Wurzeln dieser heiligen Stätte reichen jedoch bis in die Antike zurück. In diesem Gotteshaus spiegeln sich architektonisch die großen Geistesströme unseres Kontinents wider, weshalb der Bonner Historiker Heinrich Lützeler es einst als „Europäisches Monument“ bezeichnete.

 

Über 200 Jahre lang gab es eine rege Bautätigkeit am Münster und den umliegenden Gebäuden. Aber auch danach tat das Cassius-Stift und die Bonner Bevölkerung alles, um eine der bedeutendsten Kirchenanlagen des ganzen Rheinlandes zu erhalten. Dazu zählten auch viele Sanierungen bis zuletzt in den 80er Jahren. 

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