Erst Subsidiar am Bonner Münster, jetzt Bischof in Kamerun

Joseph Marie Ndi-Okalla zum Bischof von Mbalmayo geweiht
17. Februar 2017; Sebastian Eckert

 

BONN/KAMERUN. Große Freude in Bonn und in Kamerun: Pfarrer Jospeh Okalla, ehemaliger Subsidiar am Bonner Münster, wird am Samstag, 18. Februar 2017, zum Bischof geweiht. Der 59-jährige Theologe wird Oberhirte des Bistums Mbalmayo in Kamerun. Vielen Bonnern wird er noch ein Begriff sein: Von 1997 bis 2007 war Okalla zu Studien und zur Promotion an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Daneben war er als Seelsorger am Bonner Münster und im Marienhaus tätig. Im Mai wird der Bischof Okalla wieder Bonn besuchen und im Bonner Münster ein Pontifikalamt feiern.

 

Das Bistum Mbalmayo im Kamerun erstreckt sich auf zwei Departements mit ländlichen und städtischen Gebieten. Rund 500.000 glaubende und praktizierende Katholiken leben dort. Es ist seit seiner Gründung 1961 Teil des Erzbistums Yaoundé. Das Bistum legt großen Wert auf: Bildung gegen Analphabetismus und Radikalismus, Gesundheitswesen, christliche Bildung und Sozialarbeit.

 

Herr Bischof, wie erlebten Sie ihre Jahre an der Bonner Universität?

„Während dieser Zeit habe ich an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Wilhelm-Universität studiert und bei Prof. Dr. Karl-Heinz Menke in Dogmatik promoviert. Der Bonner Theologischen Fakultät und seinen Professoren und Dozenten, besonders auch Prof. Menke, bin ich unendlich dankbar für die Formung in "intellektus fidei" und den Sinn für den Dienst in der Kirche ("sentire cum Ecclesia").

 

Wie empfanden Sie Ihre Zeit als Subsidiar am Bonner Münster

Hier an der Münstergemeinde konnte ich erleben und vertiefen, was die Kirche als Präsenz und Zeichen in der Stadt und mitten unter den Menschen bedeutet, was die Kirche als Dienst an den Menschen ist. Aus der "klassischen Seelsorge" lernte ich auch allmählich die vielen Aspekte einer Citypastoral, darunter die kulturell-soziale, kennen und schätzen.

Besonders prägend für mich war diese Zeit als Subsidar am Bonner Münster unter der Leitung von Mgr. Stadtdechant Wilfried Schumacher und den älteren Mitbrüdern: Prälat Bruno Kusch, Prälat Wolfgang Brettschneider, sowie Pfarrer Bernd Kemmerling, Pfarrer Wolfgang Picken und zuletzt auch Prälat Bernhard Auel.

 

Auch viele Bonner erinnern sich noch an Sie – nicht nur wegen ihrer sonntäglichen Messen in der Krypta

Als Subsidiar hielt ich jeden Sonntag die 7-Uhr-Messe in der Krypta und anschließend die 9-Uhr-Messe im Seniorenheim Marienhaus. Im Marienhaus war ich auch zuständig für die Katechese der Senioren, die Spendung der Sakramente und Gottesdienste. Eine Zeitlang half ich auch in der Krankenseelsorge im Petruskrankenhaus in Kooperation mit den Barmherzigen Brüdern und zuletzt mit Herrn Christoph Bremekamp, dem Krankenhausoberen.

 

Konnten Sie auch den Bonnern die Glaubensarbeit in Afrika näherbringen?

In Zusammenarbeit mit dem Bonner Katholischen Bildungswerk gab es im Münstersaal immer gute Gelegenheiten über Kirche, Glauben, Theologie in Afrika zu berichten und zu referieren. Anlässlich eines Projekts eines Kirchenbaus in meiner Dorfgemeinschaft kam es auch zum Austausch über das Gemeindeleben in einer Dorfgemeinschaft in Kamerun.

 

Wie gestaltete sich ihre Seelsorgearbeit in Kamerun

Seit zehn Jahren bin ich aus Bonn in die Heimat Kamerun zurückgekehrt. Dort war ich hintereinander Subsidiar an zwei Pfarrgemeinden (Sacré-Coeur/Mokolo, Saint Kisito/Mvog-MBI, Yaoundé). Ich arbeitete als Studiendirektor am Priesterseminar und wurde Professor an der Theologischen Fakultät und Vizerektor der Katholischen Universität Zentralafrikas in den letzten 6 Jahren. Außerdem wurde ich tätig bei zwei Römischen Synoden als von Papst Benedikt ernannter Experte: die Afrikasynode im Jahr 2009 und die Synode über Neuevangelisierung 2012. Ich bin Gott und der Kirche sehr dankbar, dass ich in diesen letzten zehn Jahren sehr intensiv am Leben unserer Ortskirche Anteil hatte und dieses mitgestalten konnte, katechetisch-pastoral und in sozialethischen Fragen und Zeugnissen engagiert. Die Ernennung als Bischof meines Heimatbistums traf mich vor diesem Hintergrund.

 

Wie erlebten sie die Ernennung zum Bischof?

Nach dem ersten "Schock" habe ich mich allmählich mit meinem künftigen bischöflichen Amt vertraut gemacht. Am 27. Dezember 2016, am Fest des Heiligen Johannes, wurde die Nachricht vom Vatikan offiziell bekannt gemacht. Der Stadtdechant gehörte zu den ersten Gratulanten, viele Gläubige aus Bonn haben die Ernennung ebenfalls freudig angenommen. Letzte Woche reiste ich von Kamerun nach Rom, wo ich eine Begegnung mit Papst Franziskus hatte und bei der Kongregation der Evangelisierung mit Kardinal Fernando Filoni sprechen konnte über meine künftigen pastoralen Aufgaben.

 

Gibt es einen Wunsch?

Ich bitte um Ihr Gebet für diese Aufgaben und für mein Bistum. Angesichts der vielen Nöte und Herausforderungen vor Ort hoffe ich auf die Unterstützung der Bonner Gemeinden, denen ich mich durch mein zehnjähriges Engagement für sie sehr verbunden fühle.

     

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